Allerlei Kommentare und Gedanken

Ich bin kein Krieger!

Manchmal können einen die Charaktere, oder besser deren Spieler, selbst nach vielen Jahren als Spielleiter immer noch überraschen. Jüngst geschehen in einer D&D 4 Runde. Die Gruppe bestand aus vier Charakteren: Einem Warlock (Fernkampf-Striker), einem Magier (Fernkampf-Controller), einem Rouge (ebenfalls auf Fernkampf ausgelegter Striker) und einem Runepriest (Nahkampf-Leader mit Sekundärrolle Defender).

Für diejenigen, die mit dem Rollenprinzip von D&D 4 nicht vertraut sind, hier eine ganz kurze Einführung: Die “Rolle” eines Charakters beschreibt ganz grob seine besonderen Stärken. Ein Striker macht viel Schaden auf ein einzelnes Ziel. Ein Controller hat eher Fähigkeiten die auf Flächen, also mehrere Gegener wirken. Ein Leader hat Fähigkeiten die seine Gefährten unterstützen, wie z.B. Heilung und Schutz oder Kampfboni. Ein Defender kann Gegner an sich binden und eine Menge Schaden einstecken. Innerhalb der einzelnen Rollen gibt es natürlich sehr viele Variationen und die Übergänge sind oft fließend, je nachdem, wie die Charaktere ihre Fähigkeiten auswählen. Praktisch alle Rollen können als Fernkämpfer und Nahkämpfer ausgelegt sein, mit Ausnahme des Defenders der eigentlich immer ein Nahkämpfer ist.

Besagter Runepriest nun ist zudemnoch ein Warforged, eine Art intelligenter Golem. Er ist groß, stark, trägt eine relativ schwere Rüstung und schwingt einen gewaltigen zweihändigen Kriegshammer. Normalerweise findet man ihn auch in der ersten Reihe eines Kampfes wieder. Aber kürzlich überraschte uns der Spieler alle mit der Aussage seines Charakters: “Ich bin kein Krieger!”

Hintergrund war eine Situation in der die Charaktere jemanden brauchten, der sozusagen als Köder vor ging, um ein in einem Sumpfloch lauerndes riesiges Krokodil hervor zu locken. Plötzlich entwickelte der Charakter eine ausgesprochene Feigheit, was angesichts eines hochstufigen D&D Charakters irgendwie lächerlich ist, vor Allem wenn man bedenkt, dass er der einzige reine Nahkämpfer der Gruppe war, sich selber immer als Soldat bezeichnet hatte und nun plötzlich von sich behauptete, kein Krieger zu sein.

Aber wenn ich es genau bedenke, ist es nicht das erste mal, dass hochstufige D&D oder AD&D Charaktere (per definition und Regeln überlebesgroße Superhelden) plötzlich und unerwartet zu Feiglingen werden. So ist es ein paar Jahre her, als eine erfahrene, Gruppe von starken, hochstufigen Charakteren (damals noch zu AD&D Zeiten) eine Exkursion zu einem Drachenfriedhof plante, zu dem sie eine Schatzkarte gefunden hatten. Alles war vorbereitet, Führer und Packtiere angeheuert, Vorräte und Ausrüstung besorgt, die beste Route geplant. Es handelte sich um eine Gruppe, die schon früher gegen Drachen gekämpft und diese besiegt hatte. Aber nun, kurz vor dem Aufbruch brachte plötzlich einer der Charaktere einen neuen Einmwand vor: “Das könnte gefährlich sein!” Und damit war die Exkursion gestorben. Wie gesagt, wir reden von einer Gruppe erfahrener Abenteurer die regelmäßig allen möglichen tödlichen Gefahren ins Auge sehen und sich dadurch bisher nie von irgendwas haben abhalten lassen. Es wurde nicht einmal groß darüber diskutiert, welche Art von Gefahr. Nach diesem einen kurzen Einwand war die ganze Sache gestorben. Allerdings wurde mein Vorschlag, dass sie ihre Charaktere vielleicht besser zur Ruhe setzen und harmlose Karrieren als Schuster oder Töpfer zu wählen von den Spielern auch nicht aufgegriffen. Schon in der nächsten Spielsitzung stürzten sie sich wieder in das nächste, nicht minder gefährliche Abenteuer.

Woher also kommen diese selektiven und plötzlichen Anfälle von Feigheit bei ansonsten mutig bis leichtsinnig agierenden Charakteren, bzw. deren Spielern? Ich muss ganz ehrlich sagen,ich weiß es nicht. Es passiert nicht allzu oft. Wenn Charaktere feige sind, dann sind sie es meist von Anfang an und mit einer gewissen Kontinuität. Dass ein ansonsten mutiger Charakter, oder gleich eine ganze Gruppe plötzlich zu feigen Memmen wird (ohne ersichtlichen Grund), kommt doch eher selten vor, und es überrascht mich als Spielleiter immer wieder. Vor Allem können auch die Spieler selber ihr seltsames Verhalten meist im Nachhinein nicht erklären. Oft sind sie dann sogar pikiert, wenn die anderen Charaktere sie von da an mit ihrer Feigheit aufziehen. Oben genannter Warforged wird sein “Ich bin kein Krieger!” sicher noch lange zu hören bekommen.

October 27th, 2011 at 17:53 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Status und Respekt in einer strikten Feudalhierarchie

Ich habe kürzlich eine neue D&D Kampagne angefangen, die in einem großen, mächtigen Imperium spielt in dem eine strikte Feudale Hierarchie herrscht, an deren Spitze Drachen stehen. Da sich herausgestellt hat, dass viele Spieler Probleme damit haben, sich eine solche Gesellschaft (und das angemessene Verhalten ihrer Charaktere darin) vorzustellen, habe ich einmal den folgenden Text verfasst.

Da das Thema ja irgendwie in jeder Sitzung mal wieder aufkommt, wollte ich hier noch mal ein paar wichtige Punkte zu Status und Rang in einer Feudalhierarchie im Allgemeinen und in dem Imperium des Goldenen Drachen im Speziellen zusammenfassen. Ich möchte euch bitten, diese stets im Kopf zu haben, wenn ihr als eure Charaktere agiert.

Status ist alles!

In einer Feudalhierarchie bestimmt dein Status so ziemlich alles was du bist. Dein Status legt deinen Platz innerhalb der Gesellschaft fest, damit die Gesellschaft funktionieren kann (wo kämen wir denn da hin, wenn nicht für Jeden klar wäre, wo er hin gehört). Seinen Status „erbt“ man in den allermeisten Fällen von seiner Familie, und normalerweise bewegt man sich sein ganzes Leben lang nur in einem, seinem Status angemessenen Umfeld (auch wenn es ihm gigantische Vorteile bringen würde, ein adeliger Gutsbesitzer wird schlichtweg nicht auf der Hochzeit eines einfachen Bauern tanzen). Nur sehr wenige Leute wechseln je ihren Status. Am ehesten noch durch Heirat mit einem Höherrangigen, was allerdings selten vorkommt. Und das ist auch für alle Leute in einer solchen Gesellschaft völlig normal!

Status ist meist, aber nicht notwendigerweise immer mit Reichtum und/oder Macht gleichzusetzen. Beispiele dafür (verarmte Adelige gegenüber reichen aber fast rechtlosen jüdischen Kaufleuten) gibt es in der Geschichte reichlich.

Seinen Status zeigt man!

Den Status einer Person sieht man ihr normalerweise an. Kleidung, Schmuck, Auftreten, besondere Ausrüstung (Waffen, Werkzeug) und das ganze allgemeine Umfeld einer Person spiegelt ihren Status wieder. Es ist unzüglich (oft genug sogar illegal) sich nicht seinem Status entsprechend zu kleiden, zu benehmen oder auszurüsten, und zwar sowohl nach oben als auch nach unten.

Seinen Status lebt man!

Jedermann innerhalb einer Feudalen Gesellschaft kennt seinen Platz und verteidigt ihn strikt. Sogar die Bettler haben eine interne Hackordnung (wer höherrangig ist, darf an den einträglicheren Plätzen betteln oder in geschützteren Winkeln schlafen). Verbrüderungen mit angehörigen einer anderen Gesellschaftsschicht (ganz besonders niedrigrangigeren) kommen nicht vor. Niedrigrangigere Leute behandelt man wie niedrigere Wesen, höherrangigen gegenüber ist man respektvoll, und zwar lieber etwas mehr (was für unsere modernen Verhältnisse schleimig wirken mag), als zuwenig, denn wehe dem Niedrigrangigeren, der einen Höherrangigen respektlos behandelt, selbst wenn es unabsichtlich geschieht. Er kann damit rechnen, dass die ganze Gesellschaft sich gegen ihn wendet.

Das heißt nicht, dass ein Höherrangiger einen niedrigrangigen schlecht behandeln muss, aber er wird, zumindest in der Öffentlichkeit, den ihm zustehenden Respekt einfordern, selbst wenn die beiden eng befreundet sind. Sonst verliert er selber in den Augen der Gesellschaft an Status, und sein ganzes Umfeld, vor Allem seine Familie (deren Statusentwicklung mit der seinen unausweichlich verknüpft ist) wird ihn deswegen unter Druck setzen.

Status ist nicht gerecht.

Nach unserem modernen, demokratisch-freiheitlich geprägtem Denken ist eine so extreme Sicht auf Status und Rang seltsam, aber in einer strikten Feudalgesellschaft ist er ganz normal. Die Gesellschaft würde ohne diese Hierarchie nicht funktionieren. Höherrangige haben mehr Rechte und Privilegien, ihr Wort zählt vor dem Gesetz mehr, und man gesteht ihnen mehr Freiräume und Entscheidungskompetenz zu. Die Frage, ob so etwas gerecht ist, stellt sich in diesem Zusammenhang schlichtweg nicht. Die allermeisten Leute kommen gar nicht auf die Idee, diese Gesellschaftsordnung zu hinterfragen. Das wäre so, als würde man hinterfragen, dass die Sonne leuchtet. Es ist einfach unvorstellbar.

Ihr kennt nichts anderes

Eure Charaktere sind in dieser Gesellschaft aufgewachsen, haben nie eine andere Gesellschaftsform kennen gelernt, oder auch nur davon gehört, und kommen eigentlich auch gar nicht auf die Idee, diese zu hinterfragen. Allzumal ihr ja als Lord’s Men ziemlich weit oben in der Hackordung steht, und die entsprechenden Privilegien genießt. Kein vernünftig denkender Mensch (Elf, Zwerg, Dragonborn, wasauchimmer) würde das aufs Spiel setzen, indem er sich mit niederem Pöbel verbrüdert oder mehr mit diesem umgeht, als es die Pflicht erfordert. (Natürlich wird ein Lord’s Man, wenn es denn sein Job erfordert, mit einem Bauern oder Bettler reden, und ein wohltätiger Priester wird die Armen versorgen. Aber er würde sich nicht mit diesen verbrüdern oder seine Freizeit mit ihm verbringen wollen. Eine kleine Ausnahme gilt hier für diejenigen Charaktere, die selber aus einer niedrigrangigeren Familie stammen und sich ihre gehobene Position erarbeitet haben. Diese dürfen natürlich nach wie vor mit ihrer Familie interagieren, schließlich hat die Familie durch ihren Aufstieg auch an Status gewonnen. Aber mit Sicherheit werden die übrigen Familienmitglieder den Aufgestiegenen, zumindest in der Öffentlichkeit, mit dem ihm gebührenden Respekt behandeln.)

Drachenblut steht über allem.

Egal, was auch immer sonst passieren mag, in den Augen der Gesellschaft sind alle Drachenblütigen in einer für nicht Drachenblütige unerreichbaren Klasse über den „niederen Rassen“. Selbst ein ehemaliger Sträfling genießt diesen automatischen Respekt. Das heißt nicht, dass der Drachenblütige auch automatisch der Boss ist (allerdings wird die Gesellschaft bei einer gemischten Gruppe zunächst automatisch davon ausgehen und in 99% der Fälle richtig liegen), aber auch wenn er unter dem Kommando eines nicht-Drachenblütigen steht, wird er von diesem mit dem entsprechenden Respekt behandelt werden.

Natürlich gibt es dann innerhalb der Drachenblütigen, wie überall, wieder weiterreichende Hierarchien, aber selbst der niedrigste Drachenblütige steht per Geburt über den anderen und sollte ein entsprechend respektvolles Verhalten erwarten und bekommen.

Fazit

Versucht einfach mal beim Rollenspiel im Umgang mit NPCs und auch miteinander das ganze ein wenig mehr als bisher im Hinterkopf zu behalten und auszuspielen. Vergesst nicht, ein solches Verhalten wird von der Gesellschaft erwartet. Wer sich nicht entsprechend verhält, schadet nicht nur seinem eigenen Ansehen, sondern auch dem seiner Familie, seiner (Standes) Kollegen und seinem Lord, und auch wenn es deinem Charakter vielleicht egal sein mag, wie ihn andere sehen, ich denke es dürfte ihm nicht egal sein, wenn sein Lord irgendwann der Meinung ist, ein Exempel statuieren zu müssen um die natürliche Ordnung wieder her zu stellen.

Um Missverständnissen vorzubeugen:

Respektvolles und statusbewusstes Verhalten heißt nicht, dass der mit dem höheren Status die anderen automatisch herumkommandieren kann (das ist eine Frage der Befehlshierarchie die zwar oft aber keinesfalls immer gleichbedeutend oder verknüpft mit Status ist). Es ist vielmehr eine Frage des Umgangstons miteinander, ganz besonders in der Öffentlichkeit, wo der Rest der Gesellschaft es mitbekommt.

November 22nd, 2010 at 18:18 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Noch mehr zur Charakterhintergrunderstellung, diesesmal bei D&D

Den folgenden Text und Fragenkatalog habe ich mal als Gedankenanstoß für eine D&D-Runde verfasst. Ich denke, er dürfte genügend Allgemeingültigkeit haben, dass er, leich angepasst, auch für andere Spieler interessant ist.

Viele Spieler tun sich ja ein bisschen schwer mit der Erstellung eines Charakterhintergrundes der mehr als zwei Sätze umfasst. Bei den meisten Charakteren hat man das Gefühl, dass sie irgendwie zu Beginn ihrer Abenteurerkarriere fix und fertig mit einem sanften „Plopp“ in der Welt erschienen sind. Dabei geht natürlich viel Potential, gerade im rollen-spielerischen Bereich verloren, denn ein Charakter ohne Vergangenheit ist in diesem Bereich zwangsweise immer etwas farblos.
Ich möchte daher alle Spieler anregen, sich ein paar mehr Gedanken zum Hintergrund ihres Charakters zu machen, egal, ob es ein neuer oder alter Charakter ist. Das heißt nicht, dass ich einen Roman zum Leben des Charakters vor seiner Abenteurerkarriere haben möchte, aber dass sich doch jeder ein paar Gedanken machen sollte zu den wichtigsten Dingen in der Vergangenheit des Charakters.
Zur Anregung habe ich hier mal eine unsortierte Liste an Fragen zusammengestellt, die euch vielleicht ein wenig Gedankenanstöße geben können.
Das heißt jetzt übrigens nicht, dass ihr einfach die Liste durchgehen und zu allen Fragen irgend eine Antwort aufschreiben sollt (obwohl das natürlich auch nicht schädlich wäre), sondern dass ihr euch jeweils zu den Frage Gedanken machen sollt um so primär für euch selber ein möglichst vielschichtiges Gesamtbild des Charakters zu bekommen.
Dann, wenn ihr dieses Gesamtbild in eurem Kopf erstellt habt, könnt ihr die wichtigsten Eckpunkte davon für mich aufschreiben. Alles andere soll mehr als Anregung für das Rollenspiel selber dienen.

  • Wo wurde der Charakter geboren? (Entweder ein konkreter geographischer Ort auf der spezifischen Kampagnenwelt oder (bei geringeren Kenntnissen über die Kampagnenwelt) eine generelle Beschreibung (Großstadt, Dorf, Bergwerkssiedlung etc.). Im Dialog mit dem Spielleiter kann der Ort dann konkretisiert werden)
  • Wo ist der Charakter aufgewachsen?
  • Aus was für einem sozialen und gesellschaftlichen Umfeld stammt der Charakter?
  • Ist er in diesem Umfeld auch aufgewachsen, oder hat das Schicksal ihn während seiner Jugend woanders hin verschlagen?
  • Wer waren/sind seine Eltern?
  • Hat er Geschwister?
  • Leben Eltern/Geschwister noch (wenn ja wo, wenn nein, wieso nicht mehr)?
  • Wie war/ist das Verhältnis zu seinen Eltern und/oder Geschwistern?
  • Hat oder hatte der Charakter sonst noch Familie (Mann, Frau, Kinder)?
  • Was ist mit denen geschehen oder wo leben sie jetzt?
  • Gab es ein besonderes Ereignis dass dazu geführt hat, dass er nicht (wie sonst in der Welt üblich) den Beruf seiner Eltern ergriffen hat?
  • Welche(n) Gott/Götter verehrt der Charakter besonders (wenn überhaupt)?
  • Wieso gerade den/die (oder keinen)?
  • Wie intensiv praktiziert er seinen Glauben und wie ernst nimmt er ihn?
  • Was mag der Charakter besonders gerne? (Dinge, Wesen, Rassen, Verhaltensweisen, Beschäftigungen, Essen, Getränk, Drogen, Sex etc.)
  • Was kann der Charakter gar nicht ausstehen?
  • Gibt es einen Grund für seine oben genannten Zu- und Abneigungen? (Vielleicht ein besonderes Ereignis in seiner Jugend)
  • Sammelt der Charakter irgend etwas?
  • Hat oder hatte er enge Freunde?
  • Wenn ja, was ist aus denen geworden?
  • Hat der Charakter einen besonderen Kleidungsstil? Wenn ja, wieso gerade diesen?
  • Ist er freiwillig Abenteurer geworden?
  • Wenn ja: Was verspricht er sich davon, oder was stellt den Reiz dieses „Jobs“ für ihn dar?
  • Wenn nein: Welche Umstände haben ihn trotzdem in diesen gefährlichen Job verschlagen?
  • Nenne mindestens drei positive Eigenschaften, mit denen Dein Charakter sich selber beschreiben würde!
  • Nenne mindestens drei positive und mindestens drei negative Eigenschaften mit denen andere Leute aus seinem Umfeld den Charakter beschreiben würden!
  • Hat der Charakter irgend einen besonderen Gegenstand, der ihm wichtig ist (Glücksbringer, Andenken, Trophäe etc.)?
  • Hat(te) der Charakter einen besonderen Mentor oder Lehrmeister der den Charakter stark geprägt hat?
  • Wie war/ist das Verhältnis der beiden damals und jetzt?
  • Hat der Charakter irgendeine Phobie?
  • Wenn ja: Gibt es ein besonderes Ereignis in seiner Jugend, das diese Phobie ausgelöst hat?
  • Trägt der Charakter irgendwelchen Körperschmuck (Tattoos, Piercings, besondere Frisur etc.) und hat das eventuell einen besonderen Hintergrund?
  • Hat der Charakter irgendwelche sonstigen auffälligen körperlichen Merkmale (Narben, Muttermale, Missbildungen etc.)?
  • Hat der Charakter in seiner Jugend mal eine schwere Krankheit überlebt?
  • Hat der Charakter in seiner Jugend mal einen schweren Unfall gehabt oder ist sonst wie schwer verletzt worden?
  • Hat irgend etwas/jemand ihm dabei geholfen, sich wieder zu erholen?
  • Hat der Charakter in seiner Jugend irgend welche sonstigen traumatischen Erlebnisse gehabt?
  • Welche Faktoren haben dazu geführt, dass der Charakter seine jeweilige Gesinnung als Lebensphilosophie gewählt hat?
  • Was würde der Charakter tun, wenn er 500GM und 5 Tage Freizeit an einem Ort seiner Wahl hätte?
  • Gibt es jemanden, der dem Charakter oder dem der Charakter irgend etwas schuldet? Wie kam es dazu?
  • Wo und unter welchen Umständen hat der Charakter (wenn überhaupt) Schwimmen gelernt?
  • Von wem hat er seine erste Waffe erhalten?
  • Mag der Charakter Kuchen oder andere Süßigkeiten?
  • Welche Person ist für den Charakter die wichtigste Person in seinem Leben?
  • Gibt es Handlungen und Entscheidungen im Leben des Charakters, die er bereut? Irgend etwas, was er gatan oder unterlassen hat und was er jetzt im Nachhinein lieber anders gemacht hätte.
  • Wie steht der Charakter zu Tieren?
  • Treibt der Charakter Sport (also irgendeine körperliche Betätigung zum Spaß im Gegensatz zu berufsbedingt notwendigem Training)? Wenn ja, was?

Wer sich über diese Fragen Gedanken macht, sollte dabei eigentlich ein recht umfangreiches und vielschichtiges Charakterbild entwickeln. Idealerweise kommen bei dem Grübeln über mögliche Antworten ganz neue Gedanken und Ideen zum Charakter auf und in jedem Fall sollte das Rollenspiel dadurch vertieft und erweitert werden.

Ich wünsche viel Spaß

May 18th, 2010 at 09:43 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Gedanken zur Charaktererschaffung bei Mage (und anderen komplexeren Rollenspielen)

Der folgende Text befasst sich primär mit dem Rollenspiel Mage, enthält aber sicher auch Ideen und Anregungen die in anderen Rollenspielen mit komplexen Hintergründen Verwendung finden können.
Jeder, der einen neuen Charakter für Mage erstellt, oder einen bisher noch nicht sehr stark ausgearbeiteten Hintergrund erweitert (Hint: Kann nie und bei keinem Charakter schaden), sollte dabei folgende Punkte beachten und sich Gedanken über die folgenden Fragen machen.
Niemand lebt in einem Vakuum!
Es herrscht eine Tendenz, bei Mage Charaktere zu machen, die im Prinzip heimatlose Herumtreiber (oder einzelgängerische Einsiedler) sind, ohne feste Soziale, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Bindungen. Wenn der Charakter überhaupt so was wie eine Familie hat, dann wohnt die „woanders“ und der Charakter hat praktisch keinen Kontakt zu ihr. Freunde? Fehlanzeige (Vielleicht gerade mal ein Custos, der auch nur dann wahrgenommen wird, wenn er für den Charakter gerade was erledigen soll und ansonsten schnell vergessen und ignoriert wird). Heimatverbundenheit? Welche Heimat? Job? Job??? Zugehörigkeit zu einem Chantry und/oder Kontakte zu Mentoren? Lieber ein angespanntes Verhältnis und wenig Kontakt zu Kollegen! Usw.
Vielleicht hat man keine Lust, sich all diese Dinge zu seinem Charakter zu überlegen. Es ist ja schließlich einfacher zu sagen: Hey, so was gibt es alles nicht, als sich Gedanken darüber zu machen und das ganze (wenigstens in Stichpunkten) festzulegen. Außerdem ist da ja auch diese lästige Angelegenheit mit der „Kontakte muss man auch pflegen“-Geschichte.
Vielleicht fürchtet man auch, dass der Böse, Böse Spielleiter solche Kontakte benutzen könnte, um Abenteuer daran aufzuhängen. Furchtbare Vorstellung!!
Aber Tatsache ist nun mal, dass die wenigsten Menschen wirklich in einem Vakuum leben, und die, die es tun, tun das meist nicht freiwillig und leiden, auf die eine oder andere Art darunter. Jeder Mensch definiert sich sehr stark über sein soziales, gesellschaftliches und wirtschaftliches Umfeld.
Wo nichts derartiges vorhanden ist, was bedeutet da dann noch der Mensch?
Aus Magiersicht: Wenn du nichts und niemanden hast, der dir irgendwas bedeutet, wofür kämpfst du? Woher nimmst du die Motivation, etwas zu tun? Wie bestimmst du deine Ziele im Leben? Allzu oft leider dann gar nicht, was dann häufig dazu führt, dass die Charaktere eben relativ unmotiviert in der Gegend herum sitzen.
Sicher, im Ascension War ist jeder „Freund“ auch ein potentieller Schwachpunkt der von Feinden angegriffen werden kann. Aber kann „einsamer, heimatloser Herumtreiber werden“ die Lösung sein?
Und aus Spielleitersicht: Natürlich verwende ich gerne mal Aspekte aus dem Hintergrund eines Charakters, um diesen Charakter in ein Abenteuer zu ziehen. Das kann eine unmittelbare „Bedrohung“ der entsprechenden Person sein, das kann aber genauso gut schlichtweg irgendeine Information sein, die dem Charakter über sein „Netzwerk“ zu Ohren kommt. Das kann auch einfach etwas sein, was für mich als Spielleiter aus dem allgemeinen Hintergrund des Charakters als mögliche Motivation ersichtlich ist. Mage ist schließlich kein Spiel, wo ein mysteriöser Fremder die Charaktere im Wirtshaus für einen Job engagiert, an dem die Charaktere eigentlich nur die Kohle interessiert, die sie dafür kriegen. Abenteuer bei Mage sollten viel mehr am besten aus der Motivation der Charaktere selber entstehen und die Charaktere persönlich interessieren und betreffen. Das ist Storytelling!
Einen Charakter hingegen, der in einem Vakuum lebt, und dem nichts und niemand irgendwas bedeutet in ein Abenteuer zu bringen, ist nahezu unmöglich, ohne den Charakter selber unmittelbar zu bedrohen (was dann wenig Spielraum für Fehler lässt). Und das ist auch nicht immer logisch nachzuvollziehen, vor Allem wenn der Charakter selber noch nie etwas getan hat, um irgend jemand anderem auf die Füße zu treten.
Und noch etwas: Wenn ein Charakter nichts und niemanden hat, der ihm irgendwas bedeutet, wie soll dieser Charakter dann jemals in eine Gruppe eingebunden werden? Erstmal gibt es niemanden, der für ihn bürgen und ihn überhaupt erstmal einführen kann, und was hindert ihn, auch aus Sicht der Übrigen Gruppenmitglieder, daran, einfach seinen Koffer zu packen und zu verschwinden, wenn es ihm zu heiß wird? All zumal er ja im Umgang mit anderen ungeübt ist und wahrscheinlich sein Leben lang schon vor allen „sozialen Problemen“ und Beziehungskonflikten einfach weggelaufen ist (sonst lässt sich sein Mangel an sozialem Umfeld wohl kaum erklären).
Kurz und gut: Egal, was du für einen Charakter machst, du solltest dafür sorgen, dass er über ein ausreichendes und glaubwürdiges soziales, gesellschaftliches und wirtschaftliches Umfeld verfügt.
Einsame Wanderer sind in einer Mage Kampagne einfach fehl am Platz. (was nicht bedeutet, dass ein Charakter kein „Wanderer“ sein kann. Er sollte nur über Genügend Personen/ Dinge/ Orte/Organisationen etc. verfügen, die ihm etwas bedeuten und zu denen er Kontakt hält, auch wenn er nicht oft da ist)
Religion

Die allermeisten Menschen sind stark durch ihre Religion geprägt, und das ist ein Thema, das nur wenige Leute völlig Kalt lässt. Auch Atheisten machen sich meist sehr viel Gedanken zu Religion(en) aller Art (oft mehr als die Gläubigen selber). In den allermeisten Kulturen gehört außerdem die Zugehörigkeit zu einer bestimmten religiösen Gruppe mit zum allgemein akzeptierten (und vorausgesetzten) Alltags leben. Religiöse Riten bestimmen viele wichtige Aspekte des Lebens (Taufe, Hochzeit, Beerdigung etc.) und finden selbst bei Leuten die sonst nicht jede Woche in die Kirche (Moschee, Tempel o.ä.) gehen im Umfeld der Gemeinde statt. Große religiöse Feiern beeinflussen außerdem das gesellschaftliche Leben in vielen Ländern in einem erheblichen Maß (Weihnachten, Ramadan etc.). Religion ist daher ein Thema, dem sich niemand völlig entziehen kann.
Das Erwachen als Magier sorgt dann außerdem meist für Konflikte mit dem bisherigen Glauben (der in seinen Dogmen und Lehrsätzen nur selten so einen Fall vorsieht).
Daher sollte sich jeder Spieler Gedanken dazu machen, wie sein Charakter zu Religion steht, ob und welchem Glauben (oder nicht-Glauben) er folgt und in wieweit sein Erwachen seinen Glauben oder sein Glauben sein Erwachen beeinflusst hat und noch beeinflusst.

Das Erwachen des Avatars

Das Erwachen des Avatars ist definitiv ein einschneidender Moment im Leben eines Magiers. Von diesem Moment an sieht er die Welt, im wahrsten Sinne des Wortes „mit anderen Augen“, und das Wissen, was sich ihm jetzt offenbart, wirft nicht selten sein bisheriges Weltbild komplett über den Haufen. Da dieses, wie kaum ein anderes Ereignis, den Magier prägt, sollte sich jeder Spieler Gedanken dazu machen, wo, wie und unter welchen Umständen der Charakter erwacht ist.
Meist (aber nicht immer) passiert das Erwachen während irgendeiner Krisensituation, und der frisch gebackene Magier verwendet oft das erste mal fast instinktiv Magie, um sich (oder auch anderen) in dieser Situation zu helfen. Oft ohne zu begreifen, was da eigentlich passiert.
Manchmal wird das Erwachen von einem anderen Magier (Mentor?) provoziert, der den neuen Magier schon länger beobachtet, ja vielleicht vorher sogar schon unterrichtet hat. Vor Allem in den Traditionen mit einem starken Mentor/Schüler Verhältnis, oder in Kulturen in denen Mystische Traditionen noch Raum haben kommt so etwas durchaus vor. Hier ist oft schon eine gewisse Vor-Indoktrination in eine gewisse Richtung/Gruppe erfolgt und der Magier hat das Glück, gleich jemanden um sich zu haben, der ihm erklärt was los ist.
In anderen Fällen irrt der Frisch gebackene Magier zunächst ziellos herum, bis er die Aufmerksamkeit von anderen Magiern auf sich zieht. Hier ist es oft Glückssache, an wen der Magier zuerst gerät, denn längst nicht alle Fraktionen des Ascension Krieges würden einen jungen Magier der nicht zu ihrer jeweiligen Weltanschauung passt zu einer geeigneteren Gruppierung „weiterreichen“. So kann es passieren, dass Magier in eine Gruppierung indoktriniert werden, die nicht unbedingt das ist, was sie sich ausgesucht hätten. Aber auch hier sollte man die Macht früher Prägung eines verwirrten und nach Antworten lechzenden Geistes nicht unterschätzen.
Mentor und Chantry

Oft in engem Zusammenhang mit dem Erwachen steht die Frage des oder der Mentoren des Charakters. Wer hat ihn ausgebildet? Wie war/ist das Verhältnis zu seinem Mentor? War der Mentor alleine oder Teil einer Cabal/eines Chantries? Wie war/ist der Kontakt des Magiers zu den anderen Leuten im Umfeld seines Mentors? Wie ist die Ausbildung abgelaufen? Hat der Magier gerne gelernt? Hatte er Mitschüler und wie war/ist sein Verhältnis zu denen? Hat es irgendwelche Konflikte seitens der Mentoren, Mitschülern oder Chantrykollegen um den Charakter oder mit dem Charakter gegeben? Sind die inzwischen geregelt oder schwelt da noch was? Usw.
Anregungen hierzu können die diversen Tradition Books geben, die praktisch alle Beispiele für Schüler-Mentor Verhältnisse und den „typischen“ Ablauf einer Ausbildung innerhalb einer Tradition geben.
Motivation und Ziele

Ich habe dieses Thema zwar schon zur Genüge breitgetreten, aber da es so wichtig ist, will ich es auch hier nochmal erwähnen.
Jeder Spieler sollte sich Gedanken über die Motivation und die Ziele seines Charakters machen.
Was will der Charakter erreichen, kurzfristig und langfristig? Welche Wünsche hat er? Welche Vorlieben und Abneigungen hat er? Wie stellt er sich eine ideale Welt vor? Hat er Feinde gegen die er etwas unternehmen möchte oder die etwas gegen ihn unternehmen möchten? Was sind seine Hobbys und wie ernst nimmt er die? Usw.
Diese Punkte sollten und werden sich natürlich im Laufe einer Charakterkarriere verändern, aber irgendwo muss man anfangen. Und wenn ein Charakter keine Ziele hat, fällt für mich als Spielleiter die „Zuckerbrot“-Motivation für Abenteuer flach, und womit ich Charaktere belohnen soll, weiß ich dann auch nicht. (Nur Eps? Ja aber wofür denn, wenn dein Charakter nicht mal weiß, was er mit seinen Fähigkeiten überhaupt machen will und der Spieler kaum weiß, was er mit seinen bisherigen Fähigkeiten überhaupt machen könnte.
Also, wie gesagt, ein wichtiger Punkt über den man sich am besten von Anfang an Gedanken machen sollte!

January 29th, 2010 at 18:40 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


My Little Pony Umbauten

Absolut Cool: Verschiedene Künstler haben My Little Pony Spielzeuge bearbeitet. Was dabei rausgekommen ist, ist einfach nur Phantastisch:

45 Creative Examples of My Little Pony Customization

Darth Vader als My Little Pony ist mein Favorit. Aber die Auswahl ist echt schwierig.

December 14th, 2009 at 14:30 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Was zum Henker?..

Gestern bin ich mal wieder in einen Buchladen gegangen, um zu stöbern. Normalerweise mache ich das gerne mal, und normalerweise verlasse ich den Laden dann auch nicht wieder, ohne wenigstens irgend ein neues Buch mit zu nehmen. Auch gestern war das eigentlich mein Plan. Also steuerte ich nach einem kurzen Blick über die aktuellen Angebote und Neuerscheinungen auf das groß mit “Naturwissenschaften” betitelte Regal zu, um zu sehen, was es dort für interessante Bücher zu finden gibt.

Ich war allerdings etwas verblüfft, als mein Blick nach Ankunft vor diesem Regal auf die Buchtitel fiel: “Die Bibel”, “Jesus liebt dich”, “Gebete für alle Lebenslagen” und ähnliches.

Häh!?!

spikehead-shocked1

Irritiert warf ich erneut einen Blick auf das große Schild über dem Regal. War ich vielleicht falsch abgebogen? Nein, da stand es Schwarz auf Weiß: “Naturwissenschaften”. Erneut glitt mein Blick über die Büchertitel, aber es waren wirklich Bücher über Religion. Also über imaginäre Fabelwesen deren Existenz per Definition nicht nachweisbar ist und deren Lehren und Dogmen meist in völligem Widerspruch zu den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft stehen. Also was zum Henker hatten diese Bücher unter dem Titel “Naturwissenschaften” verloren? Die gehören entweder schräg gegenüber zu “Fantasy und Science Fiction”, zu den “Märchen und Mythen” neben Odin, Zeus und co oder von mir aus in eine Eigene Kategorie “Religion”, aber doch nicht unter “Naturwissenschaften!”

Nach weiterer sorgfältiger Suche fand ich dann doch noch ein paar Bücher über Naturwissenschaften, ganz unten im Regal, so dass man sich bücken musste, um dran zu kommen. Aber irgendwie war mir mittlerweile die Lust vergangen, auch nur einen einzigen Cent in diesem Buchladen zu lassen.

Das nächste mal stöbere ich wohl doch wieder bei Amazon. Da ist es mir wenigstens noch nicht passiert, dass mir unter dem thema “Naturwissenschaften” die Bibel angeboten wurde.

February 8th, 2009 at 15:33 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


D&D 4 – Erste Eindrücke und Nackte Magier

Als alter D&D Veteran bin ich natürlich sehr gespannt auf die neue Edition von D&D die am 6. Juni erscheint. Bereits erschienen ist das erste Abenteuer für die neue Edition, das außerdem fünf spielfertige Charaktere und Intro-Regeln enthält, und am letzten Donnerstag traf ich mich daher mit einigen Freunden, um das Intro Abenteuer anzuspielen und die neuen Regeln auszuprobieren.

Um es kurz vorweg zu nehmen: Die neuen Regeln sind gut und wir hatten unglaublich viel Spaß, wenn auch letzteres nicht unbedingt nur an den Regeln lag, sondern an einem kleinen Fehler bei den vorgefertigten Charakteren.

Die fünf angebotenen Charaktere sind ein Dragonborn Paladin (so ‘ne Art Drachenmensch, eine der neuen Rassen bei D&D 4), ein Zwergen Kämpfer, ein Halbelf Kleriker, ein Halbling Schurke und ein Menschlicher Magier. Die Mitspieler suchten sich schnell jeder einen der Charaktere aus und dann gingen wir daran, uns mit den Kurzregeln und den Fähigkeiten der Charaktere vertraut zu machen.

Dabei fiel dem Spieler des Magiers ein kleines Detail auf, das die Autoren des Abenteuers offenbar vergessen hatten (vielleicht hatten sie auch nur nicht damit gerechnet, das irgendjemand diese Unterlassung so interpretieren würden): Alle Charaktere hatten einiges an Ausrüstung bei sich, neben Waffen auch Rucksäcke und allerlei Kleinkram, bis hin zu Gürteltaschen, allerdings keine Gürtel. Genauer gesagt, überhaupt keine Kleidung. Die kämpferischen Charaktere hatten zwar ihre Rüstungen, aber der Magier hatte nichts.

Und als wenn diese Vorstellung nicht schon für genug Heiterkeit gesorgt hätte, fiel dem Magier dann auch noch auf, dass er einen “Zauberstab” hatte, den er einmal im Kampf einsetzen konnte um seinen Angriff zu verstärken. Die Vorstellung von einem nackten Magier der seinen “Zauberstab” schwingt, sorgte dann endgültig für, sagen wir mal, ausgelassene Stimmung in der Runde. Und ist so ein Thema erstmal auf dem Tisch, lassen sich jede Menge weitere dumme Sprüche natürlich nicht vermeiden.

Ich habe auf jeden Fall lange nicht mehr so ausgelassen und ausdauernd gelacht wie an diesem Donnerstag. Und alles nur wegen einer kleinen Unterlassung in der Ausrüstungsliste.

Magier mit Zauberstab

Trotz alledem gelang es uns aber doch noch, mit dem Abenteuer anzufangen und die ersten Kämpfe nach den neuen Regeln zu bestreiten.

Die neuen Regeln gefallen mir auf jeden Fall sehr gut. Sie sind deutlich anders als bisherige D&D Versionen, und noch deutlich heroischer ausgelegt. Eine Konvertierung der Bisherigen Edition zur neuen Edition dürfte allerdings nahezu unmöglich sein. Während die Konvertierung von bestehenden Charakteren von AD&D zu D&D 3 noch relativ einfach war, hat sich jetzt so viel bei dem grundlegenden Aufbau der Charaktere und der Handhabung der Charakterfähigkeiten geändert, dass die Charaktere von Grund auf neu aufgebaut werden müssten, und danach so anders aussehen würden als vorher, dass man ebensogut gleich ganz neue Charaktere machen kann. Das heißt, meine bisherigen Kampagnen werden wohl weiter nach den alten 3.5er Regeln laufen, aber ich werde sicher in Kürze eine neue Kampagne nach den neuen Regeln anfangen, denn die Regeln gefallen mir sehr gut.

D&D 4 ist ziemlich einsteigerfreundlich, und man merkt dem System an, dass es für eine jüngere, Computerspielgewöhnte Zielgruppe ausgelegt ist. Es könnte also gut geeignet sein, mal wieder ein paar neue Spieler für das Pen&Paper Rollenspiel zu gewinnen. Es bietet sehr viele, aber klar definierte taktische Möglichkeiten im Kampf. Alle Charaktere haben besondere Fähigkeiten, die sie entweder einmal täglich, einmal pro Encounter (Begegnung/Kampf) oder so oft sie wollen einsetzen können. Das heißt, das früher oft auftretende Problem, dass ein Magier irgendwann keine Sprüche mehr hat, tritt nicht mehr auf, ein paar kleine “at-will” Zauber hat er immer noch. Außerdem kann sich jeder Charakter in gewissem Rahmen selber heilen, so dass man auch ohne Kleriker auskommt bzw. der Kleriker sich nicht nur auf das Memorisieren von Heilsprüchen beschränken muss.

Es gibt natürlich dutzende solcher Änderungen. So viele, wie gesagt, dass das neue D&D, gerade bei der Charaktererschaffung, an vielen Stellen kaum noch mit dem alten zu vergleichen ist. Aber es ist immer noch, oder sogar mehr noch als vorher, ein Heroic Fantasy System, bei dem die Charaktere überlebensgroße Helden darstellen die routinemäßig Taten vollbringen, von denen Normalsterbliche nur träumen können. Mir gefällt es ausgesprochen gut.

Trotz der nackten Magier. lachen1.gif

June 2nd, 2008 at 15:45 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


life : Built with Processing

Der Käfersimulator

life : Built with Processing

Einer von diesen herrlichen Simulatoren mit denen man furchtbar viel Zeit verschwenden kann. Käferschwärme füttern und beobachten. Cool.

January 16th, 2008 at 11:49 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


best of craigslist : Star Wars Guide to the Candidates

In Amerika stehen Wahlen bevor, und natürlich ist das Internet voll von Seiten über die Kandidaten. Manche sind ernst gemeint, manche eher weniger. Diese hier ist vor Allem für einen alten Star wars Fan wie mich sehr witzig:

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Fast schade, dass ich nicht in Amiland wählen kann.

January 16th, 2008 at 11:05 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


GEZ geht jetzt auch noch unter die Abmahner

Zunächst einmal möchte ich etwas klarstellen:

Ich habe nichts dagegen, Gebühren für den Öffentlichen Rundfunk zu zahlen. Qualität kostet eben etwas, das ist schon OK.

Was ich aber NICHT ok finde, ist, dass ich praktisch dreimal Gebühren zahlen muss (Radio zuhause, Radio im Auto und nochmal für den Computer (pardon, für ein neuartiges Rundfunkempfangsgerät)) obwohl ich üblicherweise immer nur einen Radiosender zur Zeit höre, und nicht mehrere gleichzeitig. Ich wüsse auch gar nicht, wie ich das anstellen soll.

Aber, so wie die Rechtslage nun einmal ist, bleibt mir nichts anderes übrig, doppelt und dreifach für ein und die selbe Dienstleistung zu zahlen. Sowas sollte sich mal ein normal geführtes Wirtschaftsunternehmen erlauben, da würde es aber Klagen hageln.

Aber nicht nur, dass die GEZ doppelt und dreifach kassiert und einen trotzdem ständig mit aufdringlichen “Haben Sie schon GEZahlt?” Fragen nervt, jetzt scheint sie auch noch unter die Abmahner gegangen zu sein. Wie tief kann man wohl noch fallen?

August 24th, 2007 at 13:46 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink